Innovationsstärke gemessen an Spin-offs der ETH und EPFL zwischen 2017 und 2020
Quick Answer
Analysieren Sie die Innovationsstärke der ETH- und EPFL-Spin-offs von 2017–2020. Wichtige Kennzahlen und Vergleiche im Überblick.
Zwischen 2017 und 2020 haben Forschende und Angehörige der ETH Zürich sowie der École Polytechnique Fédérale de Lausanne insgesamt 176 Spin-offs gegründet. Diese Zahl ist mehr als eine Statistik: Sie zeigt, wie tief die Unternehmerkultur in beiden Institutionen verankert ist. Im Jahresdurchschnitt entstanden an der ETH 28 und an der EPFL 17 neue Ausgründungen. Stellt man diese Werte in Relation zu Studierendenzahlen, Professuren und Fakultäten, treten deutliche Unterschiede in der Innovationsdynamik zutage.
Spin-offs und institutionelle Kennzahlen
Jährliche Spin-offs im Verhältnis zu institutionellen Kennzahlen
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ETH Zürich (ETH):
- Jährliche Spin-offs: 28
- Eingeschriebene Studierende: Ca. 21’500
- Vollzeitäquivalente Professuren: 500
- Fakultäten: 16
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EPFL:
- Jährliche Spin-offs: 17
- Eingeschriebene Studierende: Ca. 12’000
- Vollzeitäquivalente Professuren: 340
- Fakultäten: 5
Spin-offs pro Studierende, Professor und Fakultät
Sobald man die absoluten Zahlen normiert, verschieben sich die Gewichte. Beide Institutionen zeigen Stärken – aber in unterschiedlichen Dimensionen.
-
ETH Zürich (ETH):
- Spin-offs pro Studierende: 1 pro 767 Studierende
- Spin-offs pro Professor: 1 pro 17 Professoren
- Spin-offs pro Fakultät: 1,75 pro Fakultät
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EPFL:
- Spin-offs pro Studierende: 1 pro 694 Studierende
- Spin-offs pro Professor: 1 pro 20 Professoren
- Spin-offs pro Fakultät: 3,4 pro Fakultät
Erkenntnisse und Interpretation
Spin-offs pro Studierende
Gemessen an der Studierendenzahl schneidet die EPFL besser ab: Auf 694 Studierende kommt eine Ausgründung, an der ETH sind es 767. Der Unterschied ist nicht dramatisch, aber er ist konsistent. Er deutet darauf hin, dass die Förderstrukturen der EPFL Studierende wirksamer dazu bewegen, ihre Forschungsergebnisse in ein eigenständiges Unternehmen zu überführen. Kurz gesagt: Die Brücke von der Forschung zur Gründung ist an der EPFL etwas kürzer.
Spin-offs pro Professor
Hier liegt die ETH vorn. Ein Spin-off entfällt auf 17 ETH-Professoren, bei der EPFL sind es 20. Das spricht für einen starken Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Anwendungen auf Stufe des Lehrkörpers. Die ETH hat offensichtlich Anreiz- und Begleitstrukturen, die Professoren bei Ausgründungsvorhaben aktiv unterstützen.
Spin-offs pro Fakultät
3,4 Spin-offs pro Fakultät an der EPFL gegenüber 1,75 an der ETH – das ist der auffälligste Unterschied im Vergleich. Die kompaktere Fakultätsstruktur der EPFL (5 statt 16 Fakultäten) begünstigt offenbar interdisziplinäre Zusammenarbeit und verdichtet die Gründungsaktivität je Einheit erheblich.
Faktoren, die zur Innovationsstärke beitragen
Institutionelle Unterstützung und Ressourcen
Beide Hochschulen haben gezielt Strukturen aufgebaut, die den Weg von der Forschung zum Markt verkürzen. Inkubationszentren, Frühphasenfinanzierung, Mentoringprogramme und gezielte Vernetzungsanlässe sind fester Bestandteil des Angebots. Für Ausgründungen aus der Forschung sind solche Ökosysteme entscheidend: Sie reduzieren die Zeit bis zur Marktreife und erhöhen die Überlebenswahrscheinlichkeit in der kritischen Anfangsphase.
Forschungsexzellenz
Hochwertige Grundlagenforschung ist die Voraussetzung für Spin-offs, die wirklich etwas Neues bringen. ETH und EPFL gehören zu den international führenden Institutionen in diesem Bereich. Wo die Forschung exzellent ist, entstehen Technologien, die sich kommerziell nutzen lassen – und das ist die Quelle der meisten erfolgreichen Ausgründungen.
Kollaboratives Umfeld
Interdisziplinarität erhöht die Chance, dass Forschungsergebnisse auf unerwartete Anwendungsfelder treffen. Sowohl ETH als auch EPFL fördern die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg. Projekte, bei denen Ingenieure, Naturwissenschaftler und Betriebswirte gemeinsam an Problemstellungen arbeiten, münden häufiger in marktfähigen Lösungen als rein disziplinäre Forschung.
Unternehmerkultur
Wissen allein gründet keine Unternehmen. Es braucht eine Kultur, in der Gründen als legitimer und attraktiver Karriereweg gilt. Workshops, Wettbewerbe und Seminare zu Unternehmertum gehören an beiden Institutionen zum regulären Angebot und vermitteln nicht nur Methoden, sondern auch die Überzeugung, dass aus eigener Forschung ein tragfähiges Unternehmen entstehen kann.
Fallstudien bedeutender Spin-offs
ETH Zürich Spin-offs
- Climeworks: Gegründet von ETH-Zürich-Absolventen, ist Climeworks auf Direct-Air-Capture-Technologie zur Bekämpfung des Klimawandels spezialisiert. Das Unternehmen hat sich zu einem führenden Anbieter im Bereich Carbon Capture und Storage entwickelt.
- Scandit: Als führender Anbieter von mobiler Computer Vision und Augmented-Reality-Lösungen wurde Scandit als Spin-off der ETH Zürich gegründet. Das Unternehmen stellt Barcode-Scan-Technologie für den Einsatz in Handel, Logistik und Gesundheitswesen bereit.
EPFL Spin-offs
- MindMaze: Als Spin-off der EPFL entwickelt MindMaze Neurotechnologie und Virtual-Reality-Produkte für das Gesundheitswesen. Die Lösungen werden in der Neurorehabilitation und für Brain-Machine-Interfaces eingesetzt.
- Flyability: Dieses EPFL-Spin-off entwickelt kollisionstollerante Drohnen für industrielle Inspektionen. Die Technologie kommt in gefährlichen Umgebungen zum Einsatz und reduziert den Bedarf an menschlichen Eingriffen bei gleichzeitiger Verbesserung der Sicherheit.
Den Erfolg Ihres Spin-offs steigern
Für KMU in der Seed-Phase, die das Potenzial ihrer Ausgründung voll ausschöpfen wollen, empfiehlt das Scalemetrics-Team, vier Punkte konsequent zu verfolgen:
- Einen grossen Markt adressieren:
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Markt gross genug ist, um erhebliches Investoreninteresse zu wecken. Ein grösserer Markt bietet grösseres Wachstums- und Skalierungspotenzial.
- Disruptive Technologie entwickeln:
- Entwickeln Sie eine Technologie, die bestehende Lösungen disruptiert und für Mitbewerber schwer zu replizieren ist. Dies verschafft einen Wettbewerbsvorteil und macht Ihr KMU für Investoren attraktiver.
- Ein starkes Team aufbauen:
- Stellen Sie ein Team mit vielfältigen Fähigkeiten und Erfahrungen zusammen. Investoren suchen nach starken Teams, die den Geschäftsplan effektiv umsetzen können.
- Pilotprojekte:
- Führen Sie Pilotprojekte mit potenziellen Kunden durch, um die Machbarkeit und Nachfrage nach Ihrem Produkt zu demonstrieren. Erfolgreiche Pilotprojekte liefern den Proof of Concept und ziehen Frühinvestitionen an.
Fazit
Was zeigen die Zahlen von 2017 bis 2020 in der Summe? Beide Institutionen fördern Innovation auf hohem Niveau – aber mit unterschiedlichem Profil. Die EPFL generiert mehr Ausgründungen pro Studierende und pro Fakultät, die ETH punktet mit mehr Spin-offs pro Professor. Kein Modell ist überlegen; beide ergänzen sich im Schweizer Innovationsökosystem. Wer die institutionellen Ressourcen, die Forschungsqualität, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine gelebte Unternehmerkultur zusammenbringt, schafft die Voraussetzung dafür, dass Ausgründungen erfolgreich sind und technologischen Fortschritt vorantreiben.
Für detailliertere Analysen und Einblicke in das Spin-off-Ökosystem folgen Sie unseren kommenden Berichten und Artikeln.
Verwandte Ressourcen
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Sources & References
Häufig gestellte Fragen
Welche Unterstützung bietet Scalemetrics für Schweizer KMU?
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ETH und EPFL als Innovationsmotoren der Schweiz
Die Innovationsstärke der Schweiz lässt sich nirgends besser ablesen als an der Spin-off-Aktivität der ETH Zürich und der EPFL Lausanne. Beide Hochschulen zählen zu den weltweit produktivsten Technologietransfer-Institutionen und haben zwischen 2017 und 2024 zusammen über 400 Spin-off-Unternehmen hervorgebracht. Diese Zahlen sind nicht nur akademische Statistiken – sie sind ein direkter Indikator für die Qualität der Schweizer Innovationslandschaft und ein Benchmark für die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer KMU-Ökosystems.
Wichtige Kennzahlen zur Spin-off-Aktivität 2017–2024:
- Gründungsrate: ETH Zürich ~30–40 Spin-offs pro Jahr, EPFL ~25–35 Spin-offs pro Jahr
- Überlebensrate: Rund 75% aller ETH/EPFL-Spin-offs sind nach 5 Jahren noch aktiv – deutlich über dem Schweizer KMU-Durchschnitt von ~55%
- Beschäftigungswirkung: ETH/EPFL-Spin-offs schaffen im Durchschnitt 15–25 hochqualifizierte Arbeitsplätze innerhalb der ersten 5 Jahre
- Exit-Erfolge: Namhafte Exits wie Sensirion, Molecure, Alentis Therapeutics belegen die internationale Reife des Ökosystems
Innosuisse als Katalysator für Innovationsprojekte
Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse spielt eine zentrale Rolle in der Finanzierungskette für ETH/EPFL-Spin-offs und technologieorientierte KMU. Das wichtigste Instrument sind die Innosuisse-Innovationsprojekte, bei denen Unternehmen gemeinsam mit einer Hochschule (nicht nur ETH/EPFL, sondern auch Fachhochschulen) geförderte Forschungsprojekte durchführen. Die Förderquote beträgt 50% der anrechenbaren Projektkosten auf Hochschulseite, während das Unternehmen den Rest in Form von Eigenleistungen (Geldmittel, Personalzeit) beisteuert.
Für Schweizer KMU besonders attraktiv:
- Niedriger Kapitalbedarf: Innosuisse-Beiträge erfordern keine Eigenkapitalverwässerung
- Technologievalidierung: Hochschulpartnerschaft erhöht technische Glaubwürdigkeit gegenüber VC-Investoren
- Netzwerkzugang: Zugang zu ETH/EPFL-Talentpool und internationalen Forschungsnetzwerken
- Steuerliche Optimierung: Forschungs- und Entwicklungsausgaben sind im Schweizer Steuerrecht teilweise abzugsfähig (je nach Kanton)
ETH/EPFL-Spin-off-Aktivität nach Sektor (2017–2024)
| Sektor | Anteil an Spin-offs | Durchschnittliche Seed-Bewertung (CHF) |
|---|---|---|
| Life Sciences / Biotech | 35% | 8–20 Mio. |
| Deep Tech / KI | 28% | 5–15 Mio. |
| CleanTech / Energy | 18% | 6–18 Mio. |
| MedTech / HealthTech | 12% | 10–30 Mio. |
| Andere | 7% | 2–8 Mio. |
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