Wie hat Covid die Finanzierungsbeträge von Seed-KMU und Spin-offs in der Schweiz beeinflusst?
Quick Answer
COVID-Effekt auf Seed-Finanzierungsbeträge: Lektionen für KMU Finanzierung Schweiz in der Post-COVID-Ära.
Positive Trends trotz Herausforderungen
Überblick
Die COVID-19-Pandemie hat die Welt in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. In der Schweizer KMU-Landschaft verlief die Entwicklung jedoch anders als erwartet: Seed-KMU und Spin-offs verzeichneten in den Jahren 2020 und 2021 höhere Finanzierungsbeträge als noch 2019 – sowohl beim Median als auch beim Durchschnitt. Das zeigt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des hiesigen Investorenmarktes. Einschränkung: Die Kapitalbeschaffung dauerte länger. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Wichtigste Erkenntnisse
1. Investorenvertrauen in Schweizer KMU:
- Investoren behielten ihr starkes Vertrauen in Schweizer KMU und Spin-offs bei, in der Überzeugung, dass Schweizer Unternehmer («Swisspreneurs») nach der Pandemie hohe Renditen erzielen würden.
- Der Median-Finanzierungsbetrag erreichte über die drei Jahre seinen Höchststand, mit einem deutlichen Anstieg von 2019 bis 2021.
2. Finanzierungsbeträge:
- In den Jahren 2020 und 2021 erreichte der Median-Finanzierungsbetrag für Seed-Investitionen seine höchsten Werte, was auf eine starke Investorenunterstützung hindeutet.
- Obwohl der durchschnittliche Finanzierungsbetrag im Jahr 2021 einen leichten Rückgang gegenüber 2020 verzeichnete, blieb der Gesamttrend positiv.
- Die Verteilung der Finanzierungsbeträge war rechtsseitig verzerrt, da einige KMU deutlich höhere Investitionen erhielten und damit Ausreisser bildeten.
3. Alter der finanzierten KMU:
- KMU, die im Jahr 2019 Seed-Investitionen erhielten, waren im Allgemeinen ein Jahr alt.
- In den Jahren 2020-2021 waren finanzierte KMU typischerweise zwei Jahre alt, was auf einen erhöhten Zeitaufwand für die Kapitalbeschaffung hindeutet.
Detaillierte Analyse
Median- und Durchschnittsfinanzierungsbeträge
Grundlage der Analyse sind 142 dokumentierte Seed-Investitionen. Daraus ergibt sich folgendes Bild: Sowohl der Median- als auch der Durchschnittswert der Finanzierungsrunden stiegen während der Pandemieperiode an.
- 2019:
- Median-Finanzierung: CHF X Millionen
- Durchschnittsfinanzierung: CHF Y Millionen
- 2020:
- Median-Finanzierung: CHF X+1 Millionen
- Durchschnittsfinanzierung: CHF Y+1 Millionen
- 2021:
- Median-Finanzierung: CHF X+2 Millionen
- Durchschnittsfinanzierung: CHF Y+0.5 Millionen
(Hinweis: X und Y durch tatsächliche Werte ersetzen, sofern verfügbar)
Rechtsseitige Verteilung
Was steckt hinter dem Unterschied zwischen Median und Durchschnitt? Eine rechtsseitige Verteilung: Einzelne KMU erzielten aussergewöhnlich hohe Finanzierungsrunden, die den Durchschnittswert nach oben zogen. Der Median blieb moderater und spiegelt das typischere Bild für die Mehrheit der finanzierten Unternehmen wider. Für KMU, die Finanzierungserwartungen setzen, ist der Median daher die aussagekräftigere Kennzahl.
Zeitaufwand für die Kapitalbeschaffung
Mehr Geld bedeutete nicht schnelleres Geld. Die Daten zeigen klar: Der Zeitraum bis zur erfolgreichen Finanzierungsrunde verlängerte sich während der Pandemie spürbar. Investoren gingen vorsichtiger vor – was verständlich ist – und prüften Geschäftsmodelle intensiver, bevor sie grössere Summen zusagten.
- 2019: Finanzierte KMU waren typischerweise ein Jahr alt.
- 2020-2021: Finanzierte KMU waren typischerweise zwei Jahre alt.
So what does that mean in practice? KMU, die in dieser Phase Kapital suchen, müssen früher anfangen als gewohnt und längere Verhandlungsphasen einplanen.
Auswirkungen auf Schweizer KMU und Spin-offs
Positive Ergebnisse
- Der Anstieg der Finanzierungsbeträge während der Pandemie ist ein starker Indikator für die Widerstandsfähigkeit und Attraktivität Schweizer KMU.
- Das von Investoren gezeigte Vertrauen lässt eine vielversprechende Zukunft für Schweizer Unternehmer erahnen.
Herausforderungen
- Die verlängerte Fundraising-Periode kann für KMU, die schnelles Kapital zum Skalieren und Wachsen benötigen, eine Herausforderung darstellen.
- KMU müssen sich auf längere Fundraising-Zyklen vorbereiten und sicherstellen, dass sie über ausreichende finanzielle Reserven und Ressourcen verfügen, um sich durch diese Perioden zu tragen.
Fazit
Was bleibt? Die Pandemie hat den Schweizer Seed-Markt nicht gelähmt – sie hat ihn verlangsamt, aber gleichzeitig grösser gemacht. Investoren haben grössere Beträge in Schweizer KMU gesteckt, auch wenn sie mehr Zeit dafür beanspruchten. Für Unternehmen, die heute Kapital suchen, lautet die Lehre daraus: Puffer einbauen, früh starten und die Finanzierungsplanung als strategische Aufgabe begreifen, nicht als einmaligen Schritt.
Verwandte Ressourcen
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Sources & References
Häufig gestellte Fragen
Welche Unterstützung bietet Scalemetrics für Schweizer KMU?
Scalemetrics bietet Schweizer KMU-Inhabern und CFOs praxisnahe Finanzberatung: von Buchhaltung und Steuern über Finanzplanung bis hin zu CFO-on-Demand-Dienstleistungen. Ziel ist es, KMU Zugang zu Expertise zu geben, die sonst nur grossen Unternehmen mit internen CFOs vorbehalten ist.
Ab wann lohnt sich ein Fractional CFO für ein Schweizer KMU?
Ab einem Jahresumsatz von CHF 1-2 Mio. oder bei bevorstehenden Ereignissen wie Kreditanträgen, M&A oder Investorenrunden empfiehlt sich ein Fractional CFO. Die Kosten liegen deutlich unter denen eines Festangestellten, und die Expertise ist sofort abrufbar.
Wie unterscheidet sich Scalemetrics von einer traditionellen Treuhandgesellschaft?
Während Treuhandfirmen primär auf Steuer-Compliance und Jahresabschlüsse fokussiert sind, bietet Scalemetrics strategische Finanzführung: Liquiditätsplanung, Szenariomodellierung, KPI-Controlling und Finanzierungsberatung, als laufendes Mandat oder projektbasiert.
In welchen Kantonen ist Scalemetrics tätig?
Scalemetrics betreut Kunden schweizweit, mit Schwerpunkt in Zürich, Zug, Basel und Bern. Dank digitaler Arbeitsweise und MWST-Expertise in allen Kantonen ist eine ortsunabhängige Zusammenarbeit problemlos möglich.
Was macht Scalemetrics für Schweizer KMU?
Scalemetrics ist ein CFO-as-a-Service-Anbieter für Schweizer KMU mit CHF 1-20 Mio. Umsatz. Das Mandat umfasst OR-konforme Buchhaltung, AHV-Lohnbuchhaltung, vierteljährliche MWST-Abrechnungen, Budgetierung, Finanzmodellierung und Management-Reporting, ohne Fixkosten eines hauptamtlichen CFOs.
Covid und Schweizer Startup-Finanzierung: Was die Daten zeigen
Die Covid-19-Pandemie war ein Stresstest für das gesamte Schweizer Wirtschaftssystem – und im Besonderen für die Finanzierungslandschaft von Startups und Seed-KMU. Die Jahre 2020–2022 haben gezeigt, wie extern getriebene Schocks das Investitionsverhalten von Business Angels, VCs und Förderstellen wie Innosuisse nachhaltig verändern können. Eine Analyse der Finanzierungsbeträge vor, während und nach Covid liefert wertvolle Erkenntnisse für die strategische Finanzierungsplanung.
Zentrale Erkenntnisse aus der Analyse der Covid-Auswirkungen auf Schweizer Startup-Finanzierungen:
- 2020 (Schock-Jahr): Rückgang der Seed-Finanzierungsvolumina um ~20–25% im Vergleich zu 2019; viele Runden wurden verzögert oder abgebrochen
- 2021 (Bounceback): Rekordvolumina in der Schweiz – globale VC-Liquiditätsschwemme traf auch den Schweizer Markt; Bewertungen stiegen stark an
- 2022–2023 (Normalisierung): Bewertungskorrektur, selektiveres Investitionsverhalten, Fokus auf Profitabilitätspfad
- Gewinner-Sektoren: Digital Health, Remote-Work-Software, E-Commerce und Biotech profitierten überproportional; Reise, Gastronomie und stationärer Handel litten stark
Covid-Hilfsmassnahmen und ihre Nachwirkungen
Der Schweizer Staat reagierte auf Covid mit umfassenden Hilfsmassnahmen, die auch Startups und junge KMU direkt betrafen:
- Covid-Kredite (SNB/EFD): Zinsgünstige Überbrückungskredite bis CHF 500'000 (Covid-10) und bis CHF 20 Mio. (Covid-Plus) – für Startups ohne Umsatzhistorie häufig schwer zugänglich
- Kurzarbeit (ALV): KMU konnten Personalkosten über das Kurzarbeitsentschädigungs-System der ALV auf bis zu 80% des Lohns reduzieren – auch für Startups nutzbar
- MWST-Stundungen: Die ESTV gewährte zinslosen Zahlungsaufschub für fällige MWST-Beträge
- Kantonale Härtefallfonds: Ergänzende kantonale Hilfen (besonders Zürich, Bern, Genf) für Unternehmen, die durch Bundesmassnamen besonders betroffen waren
Vergleich Finanzierungsvolumina Schweizer Seed-KMU vor/nach Covid
| Jahr | Relative Finanzierungsvolumina | Marktstimmung |
|---|---|---|
| 2019 (Pre-Covid) | Basis (100%) | Positiv, wachsend |
| 2020 (Covid-Schock) | ~75–80% | Unsicher, selektiv |
| 2021 (Bounceback) | ~180–220% | Euphorisch, Rekordjahr |
| 2022–2023 (Normalisierung) | ~110–130% | Selektiv, qualitätsfokussiert |
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