Finanzierungsstatistiken von ETH- und EPFL-Spin-offs, gegründet zwischen 2017 und 2020
Quick Answer
ETH- und EPFL-Spin-off-Finanzierungsstatistiken: Was Unternehmenskredit Schweiz KMU von Hochschul-Startups lernt.
Wer sein KMU mit Fremdkapital finanziert, wächst schneller als jemand, der ausschliesslich auf Eigenmittel setzt. Die Zahlen der zwischen 2017 und 2020 gegründeten ETH- und EPFL-Spin-offs zeigen das sehr deutlich. Was lässt sich daraus ableiten, und wie verbessern Sie Ihre eigenen Finanzierungschancen?
Finanzierungsübersicht
Seed-Runden
Die Seed-Phase ist der erste echte Stresstest. ETH-Spin-offs haben sie mehrheitlich bestanden: 41% haben eine Seed-Runde abgeschlossen, mit einem durchschnittlichen Finanzierungsvolumen von CHF 1,5 Millionen. Bei den EPFL-Spin-offs liegt die Quote mit 44% sogar minimal höher, allerdings deutlich tiefer beim Betrag: CHF 0,6 Millionen im Durchschnitt.
So was zeigen diese Zahlen? Beide Hochschulen produzieren Unternehmen, die Investoren überzeugen. Die Grössenunterschiede erklären sich teilweise durch Sektorwahl und regionale Investorenlandschaft, nicht durch Qualität.
Series-A-Runden
Der Sprung von der Seed- zur Series-A-Finanzierung gelingt wenigen. Nur 12% der ETH-Spin-offs haben eine Series-A-Finanzierung erhalten, im Schnitt CHF 6,2 Millionen. Bei EPFL-Spin-offs sind es 11%, mit durchschnittlich CHF 3,4 Millionen. Das entspricht einem erheblichen Volumenunterschied. Wer es in diese Runde schafft, hat offensichtlich Skalierbarkeit nachgewiesen.
Fördergelder
ETH-Spin-offs haben statistisch eine höhere Wahrscheinlichkeit, Fördergelder zu erhalten als EPFL-Spin-offs. Interessant ist die Gegenentwicklung: Obwohl weniger Fördergelder an EPFL-Spin-offs vergeben wurden, ist der durchschnittliche Förderbetrag tendenziell höher, insbesondere in der Westschweiz. Das Fördersystem in der Romandie setzt also auf weniger, aber grössere Vergaben.
Strategien zur Erhöhung Ihrer Finanzierungschancen
Seed-Phase
Hier werden die Grundlagen gelegt. Vier Punkte machen den Unterschied:
- Grossen Markt adressieren: Stellen Sie sicher, dass Ihr Spin-off einen ausreichend grossen Markt adressiert, um das Interesse von Investoren zu wecken.
- Disruptive Technologie entwickeln: Entwickeln Sie Technologien, die bestehende Lösungen disruptieren und für Mitbewerber schwer zu replizieren sind.
- Starkes Kernteam aufbauen: Stellen Sie ein Team mit den erforderlichen Fähigkeiten und Erfahrungen zusammen und bauen Sie ein belastbares Netzwerk in Ihrem Fachbereich auf.
- Pilotprojekte durchführen: Führen Sie erste Pilotprojekte mit potenziellen Kunden durch, um Ihre Technologie zu validieren und das Marktpotenzial zu demonstrieren.
Keiner dieser Punkte ist neu. Trotzdem scheitern viele KMU-Gründer daran, weil sie zu früh zu viel kommunizieren und zu wenig belegen.
Nach der Seed-Phase
Konzentrieren Sie sich auf die Erreichung des Product-Market-Fits. Investoren werden grössere Summen in Ihr Unternehmen investieren, sobald sie von Ihrer Skalierungsfähigkeit mit wirtschaftlich vertretbaren Einheitskosten überzeugt sind.
Das ist keine Floskel. Es ist die Bedingung, an der Series-A-Runden hängen. Wer noch sucht, bekommt kein Kapital. Wer gefunden hat und skalieren kann, bekommt es.
Fallstudie: ETH- vs. EPFL-Spin-offs
Finanzierungsvolumen
ETH-Spin-offs: Die höheren durchschnittlichen Finanzierungsbeträge in den Seed- und Series-A-Runden deuten auf ein grösseres Vertrauen der Investoren in diese Spin-offs hin, möglicherweise aufgrund ihrer soliden Marktstrategien und disruptiven Technologien.
EPFL-Spin-offs: Trotz geringerer durchschnittlicher Finanzierungsbeträge deutet die Regelmässigkeit bei der Erzielung von Seed-Runden auf eine solide Grundlage hin, die durch Verbesserung des Product-Market-Fits und den Nachweis der Skalierbarkeit weiter ausgebaut werden kann.
Beide Profile sind investierbar. Der Unterschied liegt eher in der Grösse der Ambitionen und der Zugehörigkeit zu Netzwerken als in einem grundsätzlichen Qualitätsgefälle.
Regionale Unterschiede
Deutschschweiz: Spin-offs in der Deutschschweiz erhielten deutlich höhere Finanzierungsbeträge, was auf eine lebhaftere Venture-Capital-Szene und möglicherweise besseren Zugang zu professioneller Unterstützung hindeutet.
Westschweiz: Höhere durchschnittliche Förderbeträge deuten auf ein starkes Unterstützungssystem für die Frühphasenfinanzierung hin, jedoch unterstreicht die insgesamt niedrigere Gesamtfinanzierung die Notwendigkeit einer besseren Integration in grössere Venture-Capital-Netzwerke.
Das bedeutet für Sie als KMU: Standort ist kein Schicksal, aber er beeinflusst, welche Netzwerke und welche Kapitalquellen realistisch zugänglich sind.
Wichtigste Erkenntnisse für Spin-offs
Schwerpunkte in der Seed-Phase
Vier Faktoren entscheiden, ob ein Investor in der Frühphase mitgeht:
- Marktgrösse: Zeigen Sie Investoren klar das potenzielle Marktvolumen auf.
- Technologische Disruption: Heben Sie hervor, wie einzigartig und schwer replizierbar Ihre Technologie ist.
- Teamstärke: Präsentieren Sie die Fachkompetenz und den Zusammenhalt Ihres Teams.
- Kundenvalidierung: Präsentieren Sie Daten aus Pilotprojekten, die den Product-Market-Fit Ihres Produkts belegen.
Fehlende Kundenvalidierung ist der häufigste Ablehnungsgrund in der Seed-Phase. Pilotdaten schliessen diese Lücke.
Der Schritt zu Series A und darüber hinaus
Zwei Voraussetzungen sind nicht verhandelbar:
- Product-Market-Fit: Verfeinern Sie Ihr Produkt kontinuierlich, um sicherzustellen, dass es die Marktanforderungen effektiv erfüllt.
- Skalierbarkeit: Entwickeln und präsentieren Sie einen klaren Plan, der zeigt, wie Ihr Unternehmen mit wirtschaftlich vertretbaren Einheitskosten effizient skalieren kann.
Ein Produkt, das funktioniert, reicht nicht. Es muss profitabel skalierbar sein, und zwar auf Papier, bevor der Investor unterschreibt.
Fazit und nächste Schritte
Die Daten zu ETH- und EPFL-Spin-offs zeigen: Wer Marktgrösse, technologischen Vorsprung, Teamqualität und Kundenvalidierung glaubwürdig darstellt, erhöht seine Finanzierungschancen erheblich. Der Schritt zu Series A hängt dann an Product-Market-Fit und dem Nachweis wirtschaftlicher Skalierbarkeit. Das gilt für Hochschul-Spin-offs genauso wie für jedes Schweizer KMU, das Wachstumskapital anstrebt.
Den Artikel finden Sie hier: Product-Market-Fit erreichen
Verwandte Ressourcen
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Sources & References
Häufig gestellte Fragen
Welche Unterstützung bietet Scalemetrics für Schweizer KMU?
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In welchen Kantonen ist Scalemetrics tätig?
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Was macht Scalemetrics für Schweizer KMU?
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ETH- und EPFL-Spin-offs: Finanzierungslandschaft 2017–2024
Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) und die École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) gehören zu den weltweit führenden Innovationsschmieden. Die aus diesen Institutionen hervorgegangenen Spin-offs haben in den Jahren 2017–2024 erhebliche Finanzierungsvolumina mobilisiert und massgeblich zur Positionierung der Schweiz als führenden Deep-Tech-Standort beigetragen. Für Gründer, Investoren und KMU mit Innovationscharakter bietet die Analyse dieser Finanzierungsstatistiken wertvolle Orientierung.
Zentrale Erkenntnisse aus dem Zeitraum 2017–2024:
- Gesamtvolumen: ETH- und EPFL-Spin-offs haben im Zeitraum 2017–2024 kumuliert über CHF 8 Milliarden an Venture Capital und Fördergeldern erhalten
- Wachstumstrend: Das jährliche Finanzierungsvolumen hat sich zwischen 2017 und 2021 vervierfacht, bevor es 2022–2023 eine Normalisierung erfahren hat
- Innosuisse-Hebel: Öffentliche Förderung durch Innosuisse wirkt als Katalysator – jeder Franken Innosuisse-Beitrag zieht durchschnittlich CHF 4–7 an privatem VC nach sich
- Führende Sektoren: Life Sciences (35%), Deep Tech/KI (28%), CleanTech (18%), MedTech (12%)
- Geografische Verteilung: 60% ETH Zürich, 40% EPFL Lausanne – mit wachsendem EPFL-Anteil in den letzten Jahren
Finanzierungsmuster und Erfolgsfaktoren
Die Analyse erfolgreicher ETH/EPFL-Spin-off-Finanzierungen zeigt klare Muster, die auch für andere Schweizer Wachstums-KMU relevant sind:
- IP-Verwertung als Wertbasis: Starke Patentportfolios steigern die Bewertung signifikant; durchschnittliche Pre-Money-Bewertung bei patentgesicherten Technologien um 40–60% höher
- Internationale Investoren: 65% der grossen Finanzierungsrunden (über CHF 10 Mio.) involvieren US- oder asiatische Co-Investoren neben europäischen VCs
- Schnelles Scaling: Erfolgreiche Spin-offs skalieren ihr Team nach Seed-Finanzierung typischerweise innerhalb von 18 Monaten auf 20–50 Mitarbeitende
- Hochschulpartnerschaften: Fortlaufende Forschungspartnerschaften mit ETH/EPFL nach dem Spin-off erhöhen Glaubwürdigkeit und Technologie-Pipeline
Finanzierungsvolumen ETH/EPFL-Spin-offs nach Phasen
| Finanzierungsphase | Typisches Volumen (CHF) | Hauptinvestoren |
|---|---|---|
| Pre-Seed / Innosuisse | 100'000–500'000 | Innosuisse, ETH/EPFL, Fördergelder |
| Seed | 500'000–3 Mio. | Business Angels, Seed-VCs |
| Series A | 5–20 Mio. | Schweizer/europäische VCs |
| Series B+ | 20–200+ Mio. | Internationale VCs, Corporate VCs |
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